Urlaubs-Telefonate – Fristlose Kündigung wegen privater Telefongespräche mit Diensthandy

Jeder Arbeitnehmer mit Diensthandy riskiert seinen Job, wenn er mit dem Diensthandy privat telefoniert. Insbesondere Telefonate im Auslandsurlaub sind für den Arbeitgeber mit besonders hohen Kosten verbunden und können eine fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung rechtfertigen.

Besonders übertrieben hat es ein Hubwagenfahrer bei der Lufthansa …. er telefonierte im Ausland privat für rund 600 Euro. Insgesamt waren es 113 Telefonate. Der Arbeitgeber merkte dies  und sprach eine verhaltensbedingte Kündigung aus.

Auf diese fristlose Kündigung (außerordentliche Kündigung) hin klagte der Mitarbeiter, der seit etwa 25 Jahren bei der Lufthansa beschäftigt war und verlor nun vor dem Landesarbeitsgericht Frankfurt seine Kündigungsschutzklage.

Die Richter schreiben in ihrem Urteil, daß derjenige, der ausgiebig privat mit dem Diensthandy telefoniert, grds. seinen Job riskiert. Eine Kündigung ist in derartigen Fällen aus nicht ausgeschlossen. Der Mitarbeiter versuchte, sich mit einem Versehen rauszureden. Ohne Erfolg.

Die Richter vom Arbeitsgericht Frankfurt nahmen ihm die Geschichte nicht ab und entschieden, daß die frislose Kündigung der Lufthansa rechtens sei. Ebenso entschied nun das Landesarbeitsgericht Frankfurt.

Quelle: Landesarbeitsgericht Hessen – Urteil vom 25.07.2011 – Az. 17 Sa 153/11

 

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Arbeitgeber darf einen Arbeitnehmer erst nach drei Abmahnungen kündigen

Drei Ecken, Elfer.

So war es früher auf dem Fußplatz …

Aller guten Dinge sind auch drei …

vielleicht auch deshalb hält sich der Irrtum von drei Abmahnung bis zur Kündigung.

Aber das ist schlicht falsch.

Tatsächlich ist es so, daß oft eine vergleichbare Abmahnung ausreicht.

Und das macht die Sache kompliziert. Ein Mitarbeiter, der zweimal wegen zu spät kommens eine Abmahnung bekommen hat (und dies völlig zu recht) kann dann nicht gekündigt werden, weil er einem wichtigen Kunden ein fehlerhaftes Angebot geschickt hat.

In der Praxis ist die Abmahnung eine Fehlerquelle ohne Gleichen. Denn ihr muss genau zu entnehmen sein, was der “Chef” ganz genau missbilligt und wie er es gerne gehabt hätte. Zum Beispiel an welchen Tagen ganz genau der Arbeitnehmer wieviel zu spät war. Und dann muß der Arbeitgeber die Rüge oder Missbilligung auch noch mit dem eindeutigen Hinweis an den Arbeitnehmer verbinden, dass im Wiederholungsfall, z.B. bei wiederholten unentschuldigten zu spät kommen eine Kündigung droht.

Besonders kritisch sind Abmahnungen, in denen verschiedene Fehler kritisiert werden. Ist dann auch nur einer von vielleicht mehreren Dutzend Fehlern keiner, dann ist die ganze Abmahnung wirkungslos.

Ich selber hatte einen Fall aus der Hotellerie, in dem etwa 50 Fälle von zu spät kommen penibel aufgelistet waren …. leider waren darunter auch zwei Tage, auf denen der Arbeitnehmer mit Erlaubnis des Arbeitgebers im Urlaub auf Teneriffa war. Damit war die ganze Abmahnung unwirksam, was für den Arbeitgeber extremunangenehm war. Denn die auf Grundlage der vorherigen Abmahnung ausgesprochene Kündigung war unwirksam.

Vor diesem Hintergrund kann man nur jedem raten, jede Abmahnung durch einen Fachanwalt/Fachanwältin für Arbeitsrecht überprüfen zu lassen.

 

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